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Die Dominanz des FC Bayern München

Es ist klar, keine Saison beginnt ohne das der FC Bayern München als großer Titelfavorit genannt wird.
Doch wie sehr schadet das der Bundesliga auf Dauer und wird ein Team dem FC Bayern München überhaupt noch einmal Paroli bieten können?

Fakt ist, dass der FC Bayern München sich derzeit nur selbst schlagen kann. Durch individuelle Fehler der Spieler, die aber meist so konzentriert aufspielen, dass sie auch 3 Spiele hintereinander bei hohem Tempo gehen könnten. Die mentale Fitness ist so überragend und konstant wie seit Jahren nicht mehr, ein Verdienst des akribisch arbeitenden Pep Guardiolas. Der selbst aus den besten Spielerkader Deutschlands, noch mal das Optimum rausholt.

Erinnern wir uns nur an Jerome Boateng, nach seinem Wechsel zum FC Bayern München, wer hätte heute Boateng zu einem der Top-Innenverteidiger der Welt gezählt? Nach vielen leichtsinnigen Patzern und Abspielfehlern, ist er heute neben seiner Athletik auch in der Spieleröffnung überragend. Zweikampfwerte, über die die meisten Verteidiger sich freuen würden und das indem noch so jungem Alter.

Ist das schlecht für die Liga? Natürlich! Wenn der Meister schon bei Saisonbeginn feststeht, ist das, als ob man gegen eine Übermacht ankämpft. Der Titelkampf, war stets das spannendste Element in der Fußballdramaturgie. Das Gerangel um den Abstieg und das Gezerre um Europapokalplätze in allen Ehren, aber die Frage, wer Meister wird, elektrisierte die Fans schon immer mehr als alles andere.

Die Bundesliga wird nicht schlechter durch diese Konstellation, nur weniger spannend für die Fans. Sie bleibt weiter die wohl beste Liga der Welt. Die Bundesliga besitzt die Besten Stadien und mit die Beste Stimmung weltweit. Ultramoderne Fußballarenen, die am Wochenende zu Pilgerstätten der Fußballfans werden. Wöchentlich hört man das Wort "ausverkauft" vom Stadionsprecher in den Stadien,
und doch bekommt die Dominanz der Bayern, der Liga nicht.

Trotzdem wird der deutsche Fußball über kurz oder lang überlegen müssen, was aus ihm wird ohne Spannung im Meisterschaftskampf. Zudem kommt, dass die Münchener, sich eigentlich nur selbst stoppen können. Die wirtschaftliche Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz ist zu enorm, jetzt wo das eigene Stadion auch abbezahlt ist und das Geld, was für den Abbau der Verbindlichkeiten gedacht war, nun direkt in das Team fließt. Hier reden wir immerhin von einer Summe weit über 25 Million Euro. Mit der Summe können andere Teams ihren ganzen Spieleretat für eine Saison finanzieren.

Der positive Effekt ist, dass der FC Bayern München als Aushängeschild der Liga, natürlich die Möglichkeiten hat, Stars aus dem Ausland, den Aufenthalt in München schmackhaft zu machen. Doch was passiert mit dem Rest der Liga? Und nützt ein Aushängeschild allein um internationale Aufmerksamkeit, zu erlangen. Allerdings wird dem FC Bayern auch irgendwann auffallen, dass in Ihrem mächtigen Schatten wenig wachsen kann. Außer Borussia Dortmund und den Werksklub ist leider nichtviel zu sehen. Auch wenn die meisten Teams solide Wirtschaften, vom FC Bayern München ist man einfach Lichtjahre entfernt. Die einzige Hoffnung besteht vielleicht in Werksklubs wie RB Leipzig, die sich mit Konzerngeldern den Bayern Verfolgerplatz erkaufen können, zum Unmut der Fans von Traditionsvereinen. Unter normalen Umständen aber ist der FC Bayern München nicht zu stoppen, außer von sich selbst!